Seit sich Anna Loos am 4. November 2025 in einem Kulturgespräch in der Theaterklause in Brandenburg an der Havel als zukünftige Intendantin des Brandenburger Theaters ins Gespräch gebracht hat, lässt sie nicht nach, das Brandenburger Theater in vielen Meldungen zu verunglimpfen. Am 15. Januar hat der Aufsichtsrat eine künstlerische Leiterin bestellt, das Amt der Intendanz war nie ausgeschrieben. Es gibt etwa 15 Initiativbewerbungen nach dem Weggang des bisherigen Intendanten, darunter auch die von Frau Loos. Mit ihren nicht nachlassenden Äußerungen versuchte sie zuerst öffentlich bundesweit Druck auf die Stadt auszuüben und lässt nun, da eine Entscheidung gefallen ist, nicht nach.
Wir halten es deswegen nun doch für unabdingbar, Stellung zu beziehen.
Das Brandenburger Theater hat sich nach einer schwierigen Nachwendezeit zunehmend konsolidiert und bringt bei guter Auslastung hervorragende Qualität auf die Bühne, ob Konzerte der Brandenburger Symphoniker, Musiktheater oder Schauspiel in Eigenproduktion. Frau Loos möchte das Brandenburger Theater “wieder zu einem kulturellen Leuchtturm der Stadt machen”, das ist nicht nötig, das ist es bereits seit vielen Jahren.
Die Auslastung des bt – Frau Loos spricht gerne von dunklen Fenstern – ist höher als der Bundesdurchschnitt, von Corona hat sich das bt auch schneller als andere Häuser erholt. Was aber noch besonderes hinzukommt ist, dass das gesamte Personal des Hauses, insbesondere die Technik und die Musiker, über das Limit hinaus arbeiten, um diese Vorstellungen auf die Bühne zu bringen. Ein Blick in ein Spielzeitheft genügt, um zu sehen, was alles geboten wird.
Es ist für alle Mitarbeitenden und die Verantwortlichen in Stadt und Aufsichtsrat ein Schlag ins Gesicht, wenn Frau Loos von Krise, sinkendem Schiff, einer sich kontinuierlich verschlechternden Situation, zu wenig Tickets und zu wenig Programm spricht. In einem Interview mit der Berliner Zeitung vom 12. November sagt sie gar “Im großen Saal standen Plastikstühle, und Theater wird dort fast gar nicht mehr gespielt”. Doch! Es wird gespielt: die Stühle waren Teil einer Inszenierung! Und der Saal, das Große Haus, wird für sehr wenige Veranstaltungen im Jahr vermietet, das macht jedes Haus.
Bevor man solch harsche Kritik übt, sollte man sich mit den Fakten beschäftigen.
Durch die Bekanntheit von Frau Loos denkt nun ganz Deutschland, Brandenburg an der Havel sei eine heruntergewirtschaftete Stadt, die ihr Theater verkommen lässt. Sie hat durch ihre Äußerungen das Theater und die Stadt schwer beschädigt.
Vor einigen Tagen hat sie darüber spekuliert, wie sie die Arbeit einer Intendantin mit Dreharbeiten und Familie vereinbaren kann. Diese Frage beantworte ich gerne: der letzte Intendant hat Tag und Nacht gearbeitet. So ein “Job” ist nicht mit anderen Tätigkeiten vereinbar.
Zu passender Gelegenheit wird es möglicherweise eine Ausschreibung der Intendanz geben, da kann sich Frau Loos ja gerne bewerben und sich mit anderen messen. Gefragt sind Kompetenz in Leitungsverantwortung, Budgetverantwortung, Personalführung, künstlerische Planung etc. Mir persönlich erschließt sich aus ihrer Biografie eine solche Qualifikation nicht und ob eine Stadt mit jemandem zusammenarbeiten möchte, der nur Schlechtes zu sagen weiß, wird man dann sehen.
Förderverein Brandenburger Symphoniker e.V.
Die Vorsitzende
Andrea-Carola Güntsch
English Version below
Am 11. Juni 2024 hat die Jury
Andreas Spering, Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker
Markus Rindt, der Intendant der Dresdner Sinfoniker
Errico Fresis, Dirigent, Professor an der UdK Berlin
Marko Nikodijević, Komponist und Preisträger der 3. Brandenburger Biennale
Gabriel Teschner, Composer Manager & Repertoire Manager Boosey & Hawkes / Sikorski
nach zweitägiger Sitzung die Preisträger des Komponistenwettbewerbes 8. Brandenburger Biennale aus 232 Bewerbungen aus aller Welt ausgewählt:
Den mit 5.000 Euro dotierten Komponistenpreis erhält: Stefan Beyer, Berlin
Den da capo-Preis erhält: Artur Akshelyan, Armenien/Schweiz/USA für sein Stück “Three Pieces for Orchestra”
Der Komponistenpreis ist eine Auftragskomposition für die Brandenburger Symphoniker. Der da capo-Preis ist die Aufführung des prämierten Stückes durch die Brandenburger Symphoniker.
Beide Stücke werden im Rahmen der Sinfoniekonzerte der Spielzeit 2025/2026 im Brandenburger Theater gespielt werden.

After a two-day meeting, on June 11, 2024, the jury consisted of
Andreas Spering, chief conductor of the Brandenburg Symphony Orchestra
Markus Rindt, the artistic director of the Dresden Symphony Orchestra
Errico Fresis, conductor and professor at the UdK Berlin
Marko Nikodijević, composer and prizewinner of the 3rd Brandenburg Biennale
Gabriel Teschner, Composer Manager & Repertoire Manager Boosey & Hawkes / Sikorski
assigned the following awards:
the composer prize, endowed with 5,000 euros, goes to: Stefan Beyer, Berlin
the Da capo prize for his piece „Three Pieces for Orchestra“ goes to: Artur Akshelyan, Armenia/Switzerland/USA
The composer prize is a commissioned composition for the Brandenburg Symphony Orchestra. The Da capo prize is the performance of the prize-winning piece by the Brandenburg Symphony Orchestra.
Both pieces will be performed as part of the symphony concerts of the 2025/2026 season at the Brandenburg Theater.


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Nach Auswertung der Partituren und Tonaufnahmen war sich die Jury – Peter Gülke (Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker)/ Andreas Preißer (Brandenburger Symphoniker), Nuria Nunez Hierro (Finalistin der 6. Brandenburger Biennale), Javier Torres Maldonado (da capo -Preisträger der 5. Brandenburger Biennale), Boudewijn Cox (Komponist, Antwerpen) und Markus Rindt (Intendant der Dresdner Sinfoniker) am Ende schnell einig geworden. Der mit 5000,- Euro dotierte Kompositionsauftrag für die Brandenburger Symphoniker geht an den italienischen Komponisten Pasquale Corrado (37). Der da capo-Preisträger der 7. Brandenburger Biennale ist der Chilene Pablo Galaz Salamanca (33) mit seinem Werk „Geometría Elemental“.
Nach seinem erfolgreichen Studienabschluss am „G. Verdi“-Konservatorium in Mailand bei Alessandro Solbiati (Komposition) und bei Daniele Agiman (Dirigieren), erhielt Pasquale Corrado Kompositionsaufträge für namhafte Festivals wie u.a. für die Biennale Venedig, dem internationalen Festival der zeitgenössischen Musik. Er besuchte Meisterkurse bei Luca Francesconi, Stefano Gervasoni, Luis De Pablo, Ivan Fedele, Luis Andriessen, Fredèric Durieux, Helmut Lachenmann und arbeitete auch als Dirigent mit u.a. dem Symphonie-orchester des Bayerischen Rundfunks zusammen.
Seit 2001 ist er Musikalischer Leiter und Arrangeur des Orchesters RAI (Italienisches Nationalfernsehen) „Suoni del Sud“ und dem Sinfonieorchester „U. Giordano della Provincia di Foggia“ . Er arrangiert die Musik für die unterschiedlichsten Fernsehformate und arbeitet mit nationalen und internationalen Sängern diverser Musikrichtungen zusammen.
Pablo Galaz Salamanca begann seine musikalische Ausbildung auf der klassischen Gitarre. 2010 machte er sein Diplom an der „Faculty of Arts“ der Universität von Chile, wo er bei Aliocha Solovera, Cirilo Vila und Jorge Pepi Alos studiert hatte. Galaz setzte bis 2012 seine Studien im Fach Komposition am „Conservatoire de Paris“ in der Klasse von Stefano Gervasoni fort und schloss dort mit einem Master of Music ab. Er absolvierte Spezialkurse für Komponisten am IRCAM in Paris. Zusätzlich besuchte er Seminare und Meisterkurse von zeitgenössischen Tonschöpfern wie u. a. Georges Aperghis, Mark Applebaum, Hugues Dufourt, Brian Ferneyhough, Ivan Fedele, Luca Francesconi und Mathias Spahlinger. Erst 2014 war er Franz-Liszt-Stipendiat der Musikhochschule Weimar. Galaz‘ Werke sind sowohl in seiner Heimat Chile als auch in Europa bereits mehrfach zur Aufführung gekommen.
An der Ausschreibung haben sich 236 Bewerber beteiligt, 59 aus Deutschland, gefolgt von 26 aus den USA, 23 aus Italien, 19 aus Großbritannien und Österreich, 16 aus Frankreich und 9 aus Polen. Bemerkenswerterweise gab es je eine Bewerbung aus Südafrika, der Türkei, Hong Kong, der Volksrepublik China, den Philippinen, Estland, Weißrussland, Zypern und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Einsendungen aus Brasilien waren sogar mehrfach vertreten.
„Ich habe die Brandenburger Biennale von Anfang an begleitet, und es ist sehr auffällig, dass der Wettbewerb mittlerweile ein internationales Renommé genießt, wobei die Qualität der eingereichten Werke kontinuierlich gestiegen ist“, so Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker.
Javier Torres Maldonado lobte den frischen , neuen Blick der beiden Preisträger, und die musikalische Raffinesse, mit der Pasquale Corrado und Pablo Galaz Salamanca zu Werke gehen. Natürlich seien auch Kompositionen eingereicht worden, die schnell durch das Raster fielen. „Der Walt Disney-Stil, Hollwood’sche Filmmusik oder Johann Strauß, in versuchter Adaption ist dann doch nicht das, was wir suchen,“ scherzt Javier Torres Maldonado.
Nuria Nunez Hierro und Boudewijn Cox attestierten den eingerichten Werken der Preisträger eine sehr gute Instrumentierung, volle Klangfarben und eine klare Formensprache. Zusammen alles sehr beeindruckend, weshalb bei der Auswahl am Ende alle Stimmen der Juroren auf Pasquale Corrado und Pablo Galaz Salamanca fielen.
Anca Güntsch, Fördervereinsvorsitzende der Brandenburger Symphoniker und maßgebliche Mitinitiatorin der Brandenburger Biennale, freut sich über die glückliche Auswahl der Jury. „„Wir möchten endlich mit dem Irrglauben brechen, zeitgenössische Musik sei einfach nur atonal und für ein größeres Publikum unattraktiv. Gerade in der modernen Musik gibt es noch vieles zu entdecken, und damit sind wir mit der Juryentscheidung der 7. Brandenburger Biennale wieder in der Musikwelt einen Schritt weitergekommen und freuen uns, dies auch bald dem Brandenburger Publikum im Rahmen zweier Konzerte vermitteln zu können.“