
In Kooperation mit Universal Edition, Wien, schreibt der Förderverein Brandenburger Symphoniker e.V. die neunte Brandenburger Biennale, einen Kompositionswettbewerb für Symphonik aus. Der Wettbewerb ist international und ohne Altersbegrenzung.
TeilnehmerInnen melden sich per Mail an die Adresse biennale9@fbsym.de zur Teilnahme an. In der Anmeldung müssen stehen: Name, Vorname, Kontaktdaten.
Die Teilnahmegebühr von 20 € wird mit dem Vermerk „9. Biennale“ und unter Namensnennung auf das PayPal-Konto biennale9@fbsym.de oder auf das Bankkonto DE15160620730000000990 BIC:GENODEF1BRB eingezahlt.
Nach erfolgter Anmeldung bekommen die TeilnehmerInnen einen Upload-Link, über den sie ihre Kompositionen einreichen:
Am 8. und 9. Juni. 2026 tagt die Jury der 9. Brandenburger Biennale:
Martina Kalser-Gruber, Promotion Managerin Universal Edition, Wien
Ying Wang, 王穎, Komponistin, Berlin
José María Sánchez-Verdú, Komponist, Dirigent, Berlin, Madrid
Andreas Spering, Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker
Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker
Die Jury vergibt folgende Preise:
Die Preisträgerinnen haben das Recht, ihre Werke bei Universal Edition über scodo zu veröffentlichen und erhalten als Teil des Preises ein Jahresabonnement für scodo professional
Des Weiteren erhalten alle TeilnehmerInnen einen Gutschein für eine Gratis-Einreichung zur Universal Edition scodo-Evaluierung. Die PreisträgerInnen werden am 9. Juni umgehend persönlich benachrichtigt.
Partituren und sound-files sind bis zum 17. April 2026, 24:00 Uhr MEZ erbeten. Fragen zum Wettbewerb beantwortet die Vorsitzende des FBS e.V., Frau Andrea-Carola Güntsch, unter +49 1522 875 42 27 oder Mail: biennale9@fbsym.de
In cooperation with Universal Edition, Vienna, the Association of Friends of the Brandenburg Symphony Orchestra (FBS e.V.) announces the ninth edition of its competition for composers of symphonic music. The competition is international and open to all age groups.
Participants apply by sending an e-mail to biennale9@fbsym.de with name, first name and contact details and paying a participation fee of 20 € with the intended purpose „9th Biennial“ and the name of the applicant via PayPal biennale9@fbsym.de or by bank transfer: DE15160620730000000990 BIC:GENODEF1BRB
After registration, participants will receive an upload link to submit their compositions:
On June 8th and 9th 2026 the following jury will select the winners:
Martina Kalser-Gruber, Promotion Manager, Universal Edition, Vienna
Ying Wang 王穎, composer, Berlin, Biennale-awardee 2012
José María Sánchez-Verdú, Composer, Berlin and Madrid
Andreas Spering, chief conductor of Brandenburg Symphony Orchestra
Markus Rindt, artistic director of the Dresden Symphony Orchestra
The jury will award the following prizes:
The prize winners have the right to publish their works with Universal Edition scodo and receive an annual subscription to scodo professional as part of their prize.
in addition, all participants receive a voucher for a free submission to the Universal Edition scodo evaluation.
The winners will be informed on the 9th of June 2026.
Transmittals must be uploaded by April 17th 2026 24:00 CET.
If you have any questions about the competition call or write to the chairwoman of the FBS association, Ms Andrea-Carola Güntsch +49 1522 875 42 27 e-mail: biennale9@fbsym.de
Komponistenpreis: Stefan Beyer
da capo-Preis: Artur Akshelyan
Marko Nikodijevic, Komponist Hamburg/Belgrad/Rom
Gabriel Teschner, Composer Manager & Repertoire Manager Boosey & Hawkes / Sikorski (Berlin)
Errico Fresis, Dirigent, Professor an der Universität der Künste Berlin, musikalischer Leiter der Opernabteilung
Andreas Spering, Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker
Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker
Komponistenpreis: Pasquale Corrado (Milano)
Da Capo Preis: Pablo Galaz (Chile)
Javier Torres Maldonado (Komponist; Milano)
Nuria Nuñez-Hierro (Komponistin; Berlin)
Boudewijn Cox (Komponist; Antwerpen)
Andreas Preißer (Konzertmeister der Brandenburger Symphoniker)
Markus Rindt (Intendant der Dresdner Sinfoniker)
Jesper Nordin ( Sverige)
Britta Byström ( Sverige)
Sakiko Kosaka ( Japan)
Markus Lehmann-Horn ( München)
Juliana Hodkinson (Kopenhagen/Berlin)
Kalevi Aho (Helsinki)
Gianluigi Mattietti (Milano)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Ying Wang (Köln) – https://soundcloud.com/ying-wang-composer/unerm-dlich-str-mend-nahezu-1
Da capo Preis: Javier Torres Maldonado (Milano) – EXABRUPTO (1997-98) for 3 instrumental groups, piano and percussion
Iris ter Schiphorst (Berlin)
Vittorio Zago (Milano)
Carsten Hennig (Dresden)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Carsten Hennig (Dresden)
Valery Voronov (Köln)
Aleksandra Zabegaeva (Nürnberg)
Jeffrey Ryan (Vancouver)
Giya Kancheli (Sakharthwelo; Belgien)
Boudewijn Cox (Belgien)
Andrea Pestalozza (Milano)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Marko Nikodijevic (Serbien/Stuttgart)
Peter Helmut Lang (Weimar)
Torsten Rasch (Berlin)
Johannes K. Hildebrandt (Weimar; Netzwerk Neue Musik)
Moritz Eggert (München)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Ondrej Adámek (Prag/ Paris) – Dusty Rusty Hush (for orchestra) (2006-07) – YouTube
Vittorio Zago (Milano) – „Segel“ for symphony orchestra – YouTube
Boudewijn Cox (Belgien) – home.scarlet.be/spb21199/ducd3min7.mp3
Georg Katzer (Berlin)
Jörn Arnecke (Hamburg; Weimar)
Volker Hahn (Dresden)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Chihchun Chi-Sun Lee (Taiwan; USA)
Moritz Eggert (München)
Burton Goldstein (USA)
Karl Heinz Wahren (GEMA)
Gerald Humel (Berlin)
Christian Kneisel (Berlin)
Michael Helmrath und Markus Rindt
Am Anfang der Brandenburger Biennale stand die Absicht des Fördervereins Brandenburger Symphoniker e.V. für die Brandenburger Symphoniker eine Komposition in Auftrag zu geben. Ein wichtiger Aspekt der Auftragsvergabe sollte sein, dass möglichst großräumig darüber gesprochen werde, oder gut Neudeutsch, möglichst viel Publicity!
Dieses Anliegen bewog unser Vorstandsmitglied, den früheren Solobratscher der Brandenburger Symphoniker Christo Christow, einen Kompositionswettbewerb ausschreiben zu lassen.
Worüber gleich Klarheit herrschte war, dass der Verein den Teilnehmern keinerlei Altersbeschränkungen auferlegen und dass er den Wettbewerb international ausschreiben wollte – dass es hingegen kein eigentlicher Kompositions- sondern ein Komponistenwettbewerb werden würde, war heiß umkämpft! Worin besteht denn der Unterschied? Bei einem Kompositionswettbewerb wird den Komponisten abverlangt, dass sie ein Werk explizit hinsichtlich dieses Wettbewerbs und zu exakt den vorgegebenen Konditionen (Orchestergröße, Besetzung) einreichen. Meist führt das Orchester, welches den Wettbewerb ausschreibt, die Werke, die es in die Endausscheidungsrunde schaffen auf, damit aufgrund der tatsächlichen Aufführung der Gewinner gekürt werden kann. Auswahlprozedere und Uraufführung sind somit eins.
Die Jury der Brandenburger Biennale hingegen wählt aufgrund repräsentativer Werke einen Komponisten aus. Dieser eine Komponist bekommt dann den Auftrag, für die Brandenburger Symphoniker ein Werk zu schreiben. Der Vorteil für die Komponisten liegt darin, dass sie nicht für die Brandenburger Biennale in Vorleistung gehen müssen. Es gehen nicht unzählige Tonsetzer leer aus.
Wie bei so vielen großen Vorhaben spielte auch hier die günstige Konstellation eine wichtige Rolle: die Brandenburger Symphoniker waren unter der künstlerischen Aufbauarbeit von Generalmusikdirektor Michael Helmrath zweifach als „Orchester des Jahres“ nominiert worden aufgrund ihres qualitativen Quantensprungs, mit Werken von Yusupov und Kancheli beispielsweise hatte GMD Helmrath dem hiesigen Publikum bewiesen, dass er voll „ionischen Forschergeistes“ steckt – er also mit Leidenschaft musikalisches Neuland entdecken mag – und gleichzeitig, dass er diese neuen Partituren auch vorbildhaft umzusetzen versteht.
Dem Förderverein Brandenburger Symphoniker e.V. boten sich hier also an Neuem interessierte Interpreten an.
Als Juroren der ersten Biennale fungierten neben den beiden ständigen Mitgliedern Generalmusikdirektor Michael Helmrath und Markus Rindt (Intendant der Dresdner Sinfoniker, Kulturmanager des Jahres 2008; in Brandenburg an der Havel wohnhaft) Christian Kneisel (nicht in seiner Eigenschaft als Intendant und Geschäftsführer sondern als Klarinettist und Komponist) und die beiden in Berlin ansässigen Komponisten Karl Heinz Wahren und Gerald Humel. Es war bisher wohl die Jury mit den größten Divergenzen, was die ästhetischen Vorstellungen der einzelnen Mitglieder betrifft.
Neben den beiden Preisträgern Chihchun Chi-Sun Lee (Taiwan/USA) und Moritz Eggert (D) für symphonische Werke wurde 2004 auch ein Kammermusikpreis verliehen, nämlich an Burton Goldstein (USA).
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur schrieb anlässlich der ersten Biennalen-Uraufführung: „Im Ringen um kulturelle Identität an einem ehemaligen Industriestandort mit großen strukturellen Problemen hat der Förderverein Brandenburger Symphoniker mit kreativen Ideen auf Zukunft gesetzt. Die Brandenburger Biennale schöpft aus dem Reichtum musikalischer Ausdrucksformen internationaler zeitgenössischer Komponisten. Ihre Werke, die hier in Brandenburg an der Havel zur Uraufführung gelangen, werden wichtige Impulse für die Entwicklung und die Rezeption zeitgenössischer Musik liefern.“
Als grundsolider und treuer Partner des FBS e.V. erwies sich die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte), stiftete sie doch das Preisgeld der ersten und der dritten Biennale. An dieser Stelle möchte ich ihr im Namen des gesamten Fördervereins Brandenburger Symphoniker e.V. herzlich danken.
In gleicher Weise zufrieden ist der FBS mit der Stadt Brandenburg an der Havel, haben die Stadtverordneten doch 2006 die Biennale in den Masterplan aufgenommen. Damit wurde in einem kulturpolitischen Projektpapier dieser Wettbewerb zum kulturellen Bestand der Stadt erklärt.
Inzwischen beginnen die Auftragskompositionen der Biennale bereits ihr Eigenleben zu führen, den Namen der Brandenburger Biennale und der Brandenburger Symphoniker unabhängig von der direkten Präsenz des Klangkörpers in der Welt zu verbreiten. Für seine Orchesterwerke gewinnt Ondrej Adámek den Prix Hervé Dugardin 2009 der SACEM.
Am 12. September 2010 gewinnt unser Preisträger der dritten Biennale, Marko Nikodijevic, mit unserer Auftragskomposition „cvetic, kucica“ (Blümchen, Häuschen) die Gaudeamus Muziekweek 2010. In der Folge wird er vom Hamburger Verlagshaus Sikorski unter Vertrag genommen und die Ernst von Siemens-Musikstiftung gibt eine CD mit Werken Nikodijevics heraus, auf welcher sich auch „cvetic, kucica“ findet. Am 17. September 2010 führt die Polnisch Nationalphilharmonie Warschau unter Reinbert de Leeuw „dusty, rusty hush“ im Rahmen des Festivals „Warschauer Herbst“ wieder auf. Ondrej Adámek und Marko Nikodijevic sind mit ihren Biennalen-Kompositionen die beiden Hauptpreisträger des Tansman-Wettbewerbes (Lodz). Am 5. Dezember 2010
strahlte RAI/Radio3 die Brandenburger Uraufführung von Vittorio Zagos „Segel“ aus. Und am 25. September 2011 gelangte im Rahmen des 55. Festivals für Zeitgenössische Musik der Biennale von Venedig eine Neufassung (bloß doppelter nicht dreifacher Bläsersatz) von „Segel“ mit dem Mitteleuropa Orchestra unter Andrea Pestalozza zur Aufführun.
Ebenfalls an ein Verlagshaus zu vermitteln, nämlich an Boosey & Hawkes, gelang unserem Juror Markus Rindt den mexikanischen Biennalen-Teilnehmer Enrico Chapela. Chapela spielt inzwischen vor allem in den Vereinigten Staaten auf dem ganz großen Parkett!
Aus der Biennale leitete der FBS sein Projekt des composers in residence ab. Die bisherigen Residenten waren Vittorio Zago und Aleksandra Zabegaeva.
Nach einer langen Pause erschwerter Zusammenarbeit zwischen FBS und Brandenburger Theater soll das Projekt der Biennalen jetzt wieder aufgegriffen werden.
Geraldo Brandigi
Stand Januar 2023